Ein ungewöhnlicher Gabentisch zum Erntedankfest

 (Artikel aus der Kirchenzeitung)

„Na dran an dem, was die Kinder bewegt".

Mit einer ungewöhnlichen Aktion feierten die Familien des Kindergartens St. Wilhelm in Hamburg das diesjährige Erntedankfest. Schon seit längerer Zeit bemerkten die Erzieherinnen, dass das Thema Krieg, Flucht und Flüchtlinge in Hamburg auch schon bei den Kleinsten präsent war. „Mein Papa liest jeden Morgen aus der Zeitung vor. Da hauen viele aus ihrem Land ab, weil da Soldaten sind, die schiessen und alles kaputt machen."

 

„Solche und ähnliche Nachrichten brachten die Kinder mit in die Kita und dann geht wirklich kein Weg mehr daran vorbei, diese Problematik auch schon mit den Kindergartenkindern anzugehen", so berichtet Mariele Krogmann, die den Kindergarten nun seit fünf Jahren leitet.

Allen, Klein und Groß, war klar: Hier müssen wir was tun, hier können wir nicht nur zusehen.

 

So entstand die Idee, am Erntedankfest einen Gabentisch zu füllen, für die sogenannten Transit-Flüchtlinge im HH-Hauptbahnhof. Die Menschen kommen dort an und verbringen (mit viel Glück) eine Nacht in einer der Unterkünfte im Schauspielhaus, der Moschee oder in der neuen Nachtunterkunft des Kirchenbündnisses in der Danziger Str. im Gebäude der Caritas, um am nächsten Tag weiterzureisen in die nordischen Länder.

 

Alt und Jung, Familien mit kleinen Kindern, allein-flüchtende Jugendliche – alle Altersgruppen sind vertreten. Für die Weiterreise fehlt es am Nötigsten. „Die Menschen reisen nur mit dem, was sie am Leibe tragen und evtl noch einem kleinen Rucksack oder Tragetaschen", weiß Kitaleiterin Mariele Krogmann zu berichten, die selbst in der Nachtaufnahmestelle an der Danziger Str. mitarbeitet.

 

So kam die Idee auf, in diesem Jahr nur Erntegaben zu sammeln, die auch „reisetauglich" sind: Müsliriegel, Reiswaffeln, kleine Schokoladen, „Studentenfutter", Trockenfrüchte, Mineralwasser ohne Kohlensäure …

 

Großartige Unterstützung erhielten die Kinder dabei von der gesamten Kirchengemeinde St. Wilhlem.

 

Nach dem Gottedienst wurde alles in den Gemeindebulli gebracht und direkt zum Hauptbahnhof gefahren. Eine Familie aus der Kita begleitete die Erzieherin Anke Haerting und Kita-Leiterin Mariele Krogmann dorthin.

 

Am Hauptbahnhof wurden sie von Joycie, einer jungen Muslimin empfangen, die sich begeistert zeigte von der großzügigen Spende und von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Verpflegungszelt berichtete. Unter anderem erzählte sie sehr betroffen, dass in einem der ankommenden Züge ein Baby geboren wurde, das die Eltern nur in ein Handtuch wickeln konnten.

 

Die Erntedankaktion hat viele berührt. Für die Kindergartenkinder ist das Thema aber damit noch nicht abgeschlossen. So wollen die Kinder der Vorschulgruppe mit ihrer Erzieherin Julia Bleckmann nun „gaaaaanz viel basteln" und diese Dinge verkaufen, um so noch mehr Geld für die Flüchtlinge zu bekommen.

 

„Da bedanke ich mich ganz herzlich bei meinem Team und auch bei den Familien unserer Kinder für die Bereitschaft, die Flüchtlingsproblematik mit den Kindern immer wieder neu anzugehen und auf unterschiedlichste Art und Weise aufzuarbeiten", so Mariele Krogmann, „Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!"

 

 

 

Am Aschermittwoch ist alles vorbei?

(Artikel im Gemeindeheft)

Mit Leidenschaft und Begeisterung feiern wir mit den Kindern in jedem Jahr das Faschingsfest.

Bunt bemalt und verkleidet kommen die Kinder in den Kindergarten und es wird ausgelassen gespielt und getobt.

„Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei“ heißt es in einem rheinischen Karnevalsschlager.

Aber was ist eigentlich vorbei? Ist es plötzlich verboten, ausgelassen und fröhlich zu sein und herumzutoben?

In einem kleinen Wortgottesdienst haben wir versucht, den Kindern aus unserem Kindergarten den Aschermittwoch und die beginnende Fastenzeit nahe zu bringen.

 

Uns ist es wichtig, in der Fastenzeit das Leben Jesu in den Mittelpunkt zu stellen. Er hat uns alles gezeigt, was für ein gelingendes Miteinander wichtig ist:

Er hat geholfen, wo immer Hilfe benötigt wurde.

Er hat geteilt.

Er hat geheilt.

Er hat den Menschen! in den Mittelpunkt seines Handelns gestellt.

 

Und so hat Pastor Schröder den Kindern mit dem Zeichen des Aschenkreuzes gesagt:

„Jesus liebt Dich! Und so sollst Du auch andere lieben!“

 

In diesem Sinne werden wir uns in der Fastenzeit vielen Episoden aus dem Leben Jesu widmen und uns mit den Kindern immer wieder die Frage stellen: „Was können wir tun, um so zu handeln, wie Jesus es uns vormacht?“

Natürlich können wir KEINE Gelähmten heilen, ABER wir können helfen, wenn jemand gefallen ist.

Natürlich können wir KEINE Blinden heilen, ABER wir können helfen, wenn andere nicht sehen, dass Unrecht geschieht.

Wir können auch den Hunger in der Welt nicht stillen, ABER wir können das, was wir haben mit anderen teilen.

 

So wird die Fastenzeit für uns und die Kinder zu einer Zeit des Hinguckens und der Achtsamkeit.

Fröhlichkeit und Ausgelassensein hat hier sehr wohl Platz, denn ein Leben, so wie Jesus es uns vorgelebt hat, macht Spaß!

Mariele Krogmann (Kita-Leitung)

___________________________________________________

Endlich Sommer!

(Artikel im Gemeindeheft)

Nachdem der Sommer soooo lange auf sich warten ließ, startete er dann doch so richtig durch und bescherte uns im Kindergarten am 8. Juni ein Sommerfest mit traumhaften Temperaturen.

44 Kinder mit ihren Familien versammelten sich auf dem Gartengelände, wo viele kleine Attraktionen warteten:

Schatzsuche im Sandkasten

Dosenwerfen

Brezelwettessen

Papiefliegerweitflug …

 

Doch ein Kind hatte sich eine besondere Überraschung ausgedacht:

Juri wollte mit seinem Vater (von Beruf Clown) eine Clownvorführung für die Kinder seines Kindergartens geben. Niemanden hatte er das vorher verraten. So zogen alle Kinder mit ihren Eltern um 15 Uhr ins Gemeindhaus, um dort eine Überraschung zu erleben. Und diese war Juri wirklich gelungen. Sehr überzeugend und mit großer Ernsthaftigkeit assistierte er seinem Vater bei den Clowndarbietungen. Und das Tollste: Juri konnte sogar eigene Zaubertricks vorführen. Den Applaus seiner Kindergartenfreunde und –freundinnen hatte er damit allemal verdient.

Doch es gab noch einen weiteren Höhepunkt:

Aus einer großen Kostümkiste durften sich die Kinder eine Verkleidung wählen. Frau Schwarz (eine Kindergartenmutter) setzte die Kinder dann gekonnt in Szene und fotografierte sie. Doch schon bald hatten auch die Eltern der Kindergartenkinder diese Bühne für sich entdeckt und man „stritt“ sich um die schönsten Hüte und Handtaschen. Entstanden sind wunderschöne Nostalgiebilder von Kindern und Eltern.

Zum Bild des Tages wurde dabei das folgende Foto gewählt:

Alles in allem ein schönes Fest, von dem Jung und Alt noch lange erzählt haben.

(Mariele Krogmann, Kindergartenleitung)

___________________________________________________________

„Was macht ein Tageslichtschreiber (Overheadprojektor) im Kindergarten?“  oder  „Es werde Licht … … und Schatten.“

 

Kürzlich hat unser Kindergarten einen Vertrag mit der Remida abgeschlossen. (www.remida.de) Remida steht für die Idee, dass Materialien, die in Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe abfallen, wunderbare Ressourcen zum Spielen, Bauen, Konstruieren, Forschen und Gestalten in sozialen und Kultureinrichtungen sind. Firmen überlassen der Remida ihre sauberen, ungiftigen Reste, Produktionsabfälle, Muster und Mängelexemplare. Für wenig Geld können wir nun so oft wie wir wollen unser Auto mit Bastelmaterialien für unsere Kinder beladen. Die Kinder danken es, indem sie mit viel Kreativität aus den Materialien wunderschöne Dinge gestalten, frei nach dem Motto von Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf:

Die Welt ist voll von Sachen, und es ist wirklich nötig, dass sie jemand findet.

In der Remida kam uns auch die Idee, für unsere Kinder einen Overheadprojektor zu besorgen.

So fragten wir bei unseren Kindergarteneltern, Firmen, Großraumbüros nach: „Haben Sie irgendwo einen alten Overheadprojektor, der inzwischen vom Beamer in seiner Funktion ersetzt wurde und nun nicht mehr benutzt wird?“

Wir wurden fündig!!! Wo? Beim Deutschen Bundestag in Berlin!

Von Berlin also nach Hamburg in den Hohnerkamp 18.
Hier fanden zwei Projektoren ihren Platz in den beiden Gruppenräumen. Eine Schachtel mit unterschiedlichen Materialien dazu: Holztiere, Muscheln, Knöpfe, Klötze, Glasperlen, Kunststoffteile oder Ähnliches…
Und schon konnte das “Licht und Schatten” Spiel beginnen!

Die Kinder organisierten sich ganz schnell selbst und ließen ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Seitdem entstehen täglich neue spannende, sich immer wieder verändernde Bilder und manchmal auch ganze Geschichten. Während die Kinder mit Spaß experimentieren, stellen sie sich und den anderen Kindern viele Fragen, “spielen” mit dem Licht und dem Schatten, erstellen Schattenbilder und versuchen dabei herauszufinden: Was geht und was nicht geht. Wie geht das und warum?
Z. B. “Warum kann ich das Pferd nicht erkennen, wenn es auf der Projektionsfläche steht?” Warum muss die Figur auf der Fläche liegen, damit man den Umriss an der Wand als Pferd erkennen kann. Das bedarf keiner Erklärung, die Kinder finden es heraus!

“Was passiert, wenn wir den Spiegel zur Decke drehen? Und wieso ist der Umriss an der Wand überhaupt so riesengroß? Was, wenn wir ein großes Blatt an die Wand befestigen, darauf projizieren und die Konturen dann abmalen? Wie kann der Schatten verkleinert/vergrößert werden?”

Auf diese Weise etwas Neues zu lernen macht wirklich neugierig und viel Spaß!

Mariele Krogmann

(Kindergartenleiterin)

___________________________________________________________